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Elektrische Handbremse bei voller Fahrt – was passiert wirklich?

Elektrische Handbremse bei voller Fahrt – was passiert wirklich?

Wer bei modernen Autos die Handbremse sucht, findet oft keinen klassischen Hebel mehr, sondern einen Schalter oder Knopf. Doch was geschieht, wenn man diese elektronische Handbremse während der Fahrt betätigt? Genau das wollte ein Autofahrer wissen – und die Antwort zeigt: Es kommt darauf an.

Denn je nach Marke, Modell und Baujahr unterscheiden sich die Systeme teils erheblich. Laut der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (ASA) ist deshalb keine generelle Aussage möglich. Auch die Fahrlehrer-Dachorganisation L-Drive bestätigt: Die Technik variiert – teilweise sogar innerhalb derselben Marke.

Grundsätzlich gilt jedoch bei vielen neueren Fahrzeugen: Wird die P-Taste während der Fahrt gedrückt oder hochgezogen und gehalten, aktiviert sich eine Notbremsfunktion. Dadurch wird eine kontrollierte und sichere Bremsung über alle vier Räder eingeleitet. Das Fahrzeug verzögert also geregelt – und nicht abrupt. Dennoch empfiehlt sich ein Blick in die Betriebsanleitung, denn im Zweifel sollte man die genaue Funktionsweise beim Markenhändler klären.

Besonders heikel wird das Thema bei Lernfahrten. Denn gewisse elektronische Handbremsen lassen sich durch das Gaspedal übersteuern. Genau solche Fahrzeuge sind für private Lernfahrten nicht zugelassen. Das Bundesamt für Strassen (Astra) schreibt vor, dass die Wirkung der Handbremse nicht durch einfaches Gasgeben aufgehoben werden darf. Zudem muss sie wirksam, dosierbar und nach dem Betätigen wieder lösbar sein.

Hinzu kommt eine weitere Vorschrift: Bei Lernfahrten muss der Beifahrer die Handbremse leicht erreichen können. Befindet sich der Bremsknopf links vom Fahrer, ist das Fahrzeug für private Lernfahrten grundsätzlich ausgeschlossen. Wer dennoch mit einem nicht konformen Auto übt, riskiert eine Verzeigung – und Bussen von mehreren hundert Franken.

Ob diese Regelungen künftig angepasst werden, prüft das Astra derzeit im Rahmen einer Evaluation der Fahrausbildung. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2026 vorliegen.