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Weniger Neuwagen, aber kaum Klimanutzen

Weniger Neuwagen, aber kaum Klimanutzen

In der Schweiz werden so wenige Neuwagen gekauft wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Im Jahr 2025 wurden lediglich 233’737 neue Personenwagen zugelassen – ein historischer Tiefstand. Auf den ersten Blick scheint diese Entwicklung positiv zu sein, denn weniger neue Autos bedeuten vermeintlich weniger Ressourcenverbrauch. Doch für den Klimaschutz ist diese Entwicklung problematisch, denn die Realität auf den Strassen erzählt eine andere Geschichte.

Statt auf neue, effizientere Fahrzeuge umzusteigen, behalten viele Schweizerinnen und Schweizer ihre alten Autos länger. Und genau hier liegt das Problem: Ältere Fahrzeuge verbrauchen mehr Treibstoff, stossen deutlich mehr CO₂ aus und verfügen zudem über weniger moderne Abgasreinigungssysteme. Während neue Autos – insbesondere Elektro- und Hybridfahrzeuge – immer klimafreundlicher werden, bleibt der bestehende Fahrzeugbestand ein grosser Emittent.

Hinzu kommt, dass technologische Fortschritte nur dann wirken, wenn sie auch genutzt werden. Zwar werden Motoren effizienter, Batterien leistungsfähiger und Emissionen niedriger, doch ohne Erneuerung der Fahrzeugflotte verpufft dieser Fortschritt. Gleichzeitig steigt der Unterhaltsaufwand alter Autos, während Sicherheitssysteme wie Notbremsassistenten oder Spurhaltehilfen oft fehlen.

Natürlich spielen wirtschaftliche Unsicherheiten eine grosse Rolle. Viele Menschen zögern wegen hoher Preise, steigender Lebenshaltungskosten und unklarer politischer Rahmenbedingungen. Doch aus ökologischer Sicht ist Stillstand keine Lösung. Wer länger mit einem veralteten Auto fährt, spart zwar kurzfristig Geld, verursacht jedoch langfristig höhere Umweltkosten.

Deshalb braucht es neue Denkansätze. Carsharing, flexible Mobilitätsmodelle und der gezielte Einsatz moderner Fahrzeuge können helfen, Emissionen zu senken, ohne dass jede Person ein eigenes Auto besitzen muss. Gerade lokale Angebote zeigen, dass nachhaltige Mobilität alltagstauglich, bezahlbar und klimafreundlich sein kann.

Denn am Ende gilt: Nicht weniger Mobilität schützt das Klima, sondern bessere Mobilität.